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T O P - R O T A T I O N

Michael Witte

Michael Witte

Der Großvater nahm schon sehr früh die musikalische Früherziehung für den Singer-Songwriter "Michael Witte" in die Hand. Nach einer erlebnisreichen Tour durch viele verschiedenen Musikgenres ....wir haben mit ihm gesprochen


Geboren wurde ich 1970 in Osnabrück und begann mich schon früh ich für Musik zu interessieren. Die frühe Förderung übernahm mein Großvater, der in seiner Jugend selbst in einer „Kapelle“ auf Hochzeiten und Feiern spielte,  indem er mich an meinen Geburtstagen und Weihnachten stets mit Kinderinstrumenten verschiedenster Art beschenkte  oder meinen „Gesang“ auf Musikkassetten aufnahm.

Bedeutsamer aber noch war die Bekanntschaft meiner Eltern zur Theater-Schauspielerin Evelyn Miller, die mir die Musik der Beatles vorspielte und an vielen Nachmittagen mit mir vor dem alten Dual-Plattenspieler lag. Damals war ich etwa 7 Jahre alt. Mit 8 hatte ich bereits eine größere Plattensammlung als meine Eltern (die zugegeben nicht sehr groß war). Während mein Vater hauptsächlich Country-Music  à la Johnny Cash, Kris Kristofferson oder John Denver hörte, hatte meine Mutter wohl nur eine Scheibe von Neil Diamond und hörte sonst, was das Radio von sich gab. Mein Taschengeld gab ich im Second-Hand-Laden für Platten aus, lief, wie damals alle richtigen Jungs, mit dutzenden Anstecknadeln von Kiss und AC/DC an der Jeansjacke herum und posierte mit der Gitarre von Kiss-Member Paul Stanley (ausgeschnitten aus dem Bravo-Starschnitt und auf Pappe geklebt) vor dem Spiegel. Ein späterer Besuch bei Evelyns Mutter, die ein Klavier besaß, weckte in mir den Wunsch Pianist zu werden. Da ich im Alter von 5 Jahren einmal auf einer Kindergitarre die Kellertreppe heruntergerutscht war, ist es noch heute für mich nachzuvollziehen, das meine Eltern zunächst skeptisch waren. Ich konnte Ihnen jedoch glaubhaft versichern, dass ich allein, ein so großes Instrument ja gar nicht vor die Treppe bewegen könnte und sie stimmten zumindest dem Unterricht zu und Oma sponserte ein Keyboard. Nach etwa 1 ½ Jahren war dies jedoch aufgrund der verkürzten Tastatur endgültig zu klein um weiterhin darauf zu lernen. Für ein Klavier gab es kein Geld, also endschied ich mich die Casio-Tischhupe zu verkaufen und mir eine E-Gitarre zu besorgen. Damals war ich knapp 12 Jahre alt. Das Nebraska-Album von Bruce Springsteen erschien und „Atlantik City“ war tatsächlich der erste Song den ich spielen und dazu singen konnte. Ich entdeckte die amerikanischen Singer/Songwriter und mit 16 Jahren trat ich die ersten Male in kleinen Osnabrücker Kneipen und Cafés mit Songs von Bob Dylan, John Mellenkamp, Tom Petty und, vor allem, Bruce Springsteen auf.

Die Berufsausbildung zum Schauwerbegestalter sorgte nur  kurz für eine Unterbrechung. Ab Anfang 20 spielte ich ein paar Jahre lang in verschiedenen lokalen Bands als Gitarrist und schrieb erste eigene Musik und beschäftigte mich (nach einer Einladung von  Heinz Rudolf Kunze und Heiner Lürig in das alte Hannoveraner Madagaskar-Studio) zunehmend mit dem Thema Recording.  Als meine damaligen musikalischen Kollegen den finanziellen Aspekt mehr und mehr in den Vordergrund stellten und auf Coversongs umschwenken wollten, siegte mein Wunsch nach etwas Eigenständigem. Ich schrieb nun Songs, die ich auch selbst sang.

Anfang 2000 sprach mich mein Freund Mike Brockschmidt an, der damals gerade kurz davor war sein Grafik-Design Studium zu beenden. Er hatte sich ein Gestaltungskonzept für eine CD-Veröffentlichung eines Pop/Rock-Musiker als Diplomaufgabe gestellt und fragte ob ich ihm als „Vorlage“ zur Verfügung stehen  würde. Dies weckte meinen Anspruch  der CD auch einen „hörbaren“ Inhalt zugeben. Etwa ein Jahr darauf veröffentlichte ich die CD „Fisch auf Asphalt“, in einer Demo-Auflage von 300 Kopien, aufgenommen im eigenen Wohnzimmer. Schlagzeug spielte auf den Aufnahmen bereits Gerwin Spalink, den ich kurz zuvor kennen gelernt hatte.

Die CD war schnell ausverkauft, ich habe selbst nur noch ein einzelnes Exemplar, und wurde häufig im Osnabrücker Lokalradio gespielt. Ich brauchte nun dringend eine Begleitband um den Inhalt der CD, die ich bis auf das Schlagzeug ja selbst eingespielt hatte, auch Live zu präsentieren.

Es kamen zunächst der in Osnabrück bekannte Gitarrist Martin Lutze und der Bassist Michael Schmidt, später noch die Violinistin Sabrina Mertinkat dazu und wir erspielten uns in den folgenden Jahren einen guten Ruf als Live-Band in Osnabrück und Umgebung.

2005 gewann der Song „Fisch auf Asphalt“, nach den erstplatzierten „Polarkreis 18“ (allein, allein), den zweiten Platz des Singer/Songwriter-Wettbewerbs der Musikerzeitschrift „Beat“ und wurde auf der Heft-CD bundesweit veröffentlicht. Erstmalig bekam ich die Möglichkeit auch außerhalb der Region Konzerte zu spielen. Davon angespornt nahm ich die Songs, die ich in den letzten Jahren geschrieben hatte und die ich zum Teil bereits Live spielte, für eine neue CD auf. „Die Welt bewegt“ erschien 2006 und enthielt auch ein paar neue Versionen älterer Songs, die ich unbedingt noch einmal in besserer Qualität aufnehmen wollte.

2007 und 2008 spielten wir jeweils knapp 40 Konzerte pro Jahr, darunter Auftritte im Vorprogramm von Wolf Maahn, Poems for Laila und Anne Haigis. Open-Air-Konzerte vor über 2000 Menschen, wie auch Kneipengigs vor nur 7 Zuschauern. Diese Zahl von Konzerten war nicht einfach zu koordinieren, da fast alle Musiker der Band noch in „normalen“ Arbeitsverhältnissen steckten und Schlagzeuger Gerwin häufig auch mit anderen Künstlern wie Tracy Chapman oder Ralph McTell unterwegs war. Martin Lutze und Michael Schmidt verließen daher Ende 2008 die Band.

2009 veröffentlichte ich die CD „Straßen und Kurven“ auf dem Label „Timezone“, die ich wieder zu einem großen Teil selbst eingespielt hatte. Am Schlagzeug saß wieder Gerwin Spalink, Violine spielte erneut Sabrina Mertinkat. Darüber hinaus gab es erstmals „Gäste“. Tommy Schneller am Saxophon, Dieter Kuhlmann an der Posaune spielen bei dem Song „Weißblechwände“  und Martin Czech spielt bei „Alte Liebe“  Concertina und Dulcimer. Für die Live-Auftritte kamen zunächst Ralf Strotmann, später dann Christian Kittel, am Bass und Alex Rosenhof an der Gitarre hinzu. Die Songs der CD präsentierten wir live bei der Annie Lennox „Sing“-Campaign in Kooperation mit der PopFarm in Bonn und der Titelsong „Straßen und Kurven“ stand einige Wochen in der deutschen Liederbestenliste.

2010 zog mich die Liebe nach Aachen. Nach wie vor spiele ich viele Solo-Konzerte, kürzlich auch erneut im Vorprogramm von Anne Haigis, was eine sehr nette Erwähnung in der Presse nach sich zog sowie bei dem großartigen Olli Schulz. Die Bandauftritte stehen aber weiterhin im Fokus. Je nach Location und Verfügbarkeit der Musiker kann ich Solo-, Duo-, Trio- und Bandkonzerte anbieten. Inzwischen verdiene ich nun ausschließlich durch die Musik meinen Lebensunterhalt. Gebe Gitarren- und Gesangsunterricht und biete Songwriting-Workshops und Bandcoachings für Jugendliche an. Außerdem schreibe ich Songs für andere Interpreten (z.B. den norddeutschen Liedermacher Otto Grote) und arbeite der nächsten CD, für die ich bereits ein paar tolle musikalische Gäste gewinnen konnte.


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Hinzufügedatum: 2.5.2011  
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